Ein Mitarbeiter und seine Sichtweise auf den Irseer Kreis Versand (Teil 2)

Gerhard Seefeldt und der Irseer Kreis Versand (Teil 2)

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„…wie bereits gesagt, haben wir 1997 ein „neues“ Betriebsgebäude für knapp eine Million DM gekauft. Es war ursprünglich ein Wohngebäude aus den 30er Jahren an der Ecke Narzissenstraße.
Dieses Gebäude hatte der Vorbesitzer, Royal-Werkzeuge, in den 70er Jahren um einen unterkellerten Anbau mit starken Betondecken erweitert. In diesem sogenannten Split Level Bau (das heißt: mit versetzten  Geschossen) hatten wir 7 Fahrstuhlstationen. Man kann sich denken, wie die alten Relays schnurrten, um uns den „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“ zu ermöglichen.

Der Gebäudekomplex war in einem gemischten Wohn-/Gewerbegebiet mit engen Zufahrtsstraßen angesiedelt. Von den Paketdiensten wie German Parcel, UPS, DPD und Transoflex mal abgesehen, hatten die anliefernden Spediteure mit ihren LKWs ganz schön zu kurbeln, um auf den Hof zu fahren.
Manchmal wurden die Torpfosten touchiert. Die Stadtverwaltung hatte uns trotz mehrfacher Anfrage keine Freifläche vor der Einfahrt gestattet.

Wenn, was zum Glück selten vorkam, ein mehrachsiger LKW mit Auflieger oder Anhänger kam, wurde es eng. Diese Fahrzeuge blieben dann in der Narzissenstraße stehen. Wir mussten dann von Hand abladen. Zum Beispiel mal mitten im Winter eine Ladung mit 50-Kilo Säcken Speckstein oder 50 unhandliche Bund Peddigrohr mit je 25 Kilo.

Später konnten wir ein Gebäude unweit, nämlich Ecke Beethovenstraße, dazu erwerben. Dieses haben wir mit 4 Wohnungen ausgestattet.
Daneben hatten wir Platz für ein Außenlager für Seide und Keilrahmen. Auch für Gitterboxen mit Speckstein und für Kartonagen fanden wir Platz.
Der Nachschub aus diesem Außenlager war über die knapp 100 Meter Entfernung gerade im Winter eine arge Plackerei. Die Straßen in diesem Wohngebiet waren nämlich nicht gestreut.

Mit Ausweitung unseres Sortiments wurden immer wieder Umsetzungen der Waren erforderlich. Auch haben wir weitere Räume erschlossen: zum Beispiel der schmale Schlauch zum Nachbargrundstück oder ein Raum im Bürotrakt, genutzt für die Klebstoffe, den Filz und die Wolle.
Schließlich wurde es erforderlich, das Dachgeschoß, welches uns als Sozialraum und Kantine diente (Willy Müller und seine Gattin Marianne bekochten uns 2x die Woche), als Lager für zu kommissionierende Waren freizumachen.
Wir ließen uns dann für über 100.000 Euro einen Wintergarten mit Fußbodenheizung errichten, mit ausreichender Bestuhlung. Auch für Feste geeignet. Im Sommer war das allerdings eine klimatische Katastrophe. Abhängungen mit großen Baumwollplanen brachten keine Verbesserung.

Unser Katalog wuchs in den nunmehr 25 Jahren von 34 Seiten auf jetzt über 600 Seiten. Die Zahl der verschiedenen Artikel soll sich auf über 15.000 belaufen, wovon wir bei den jährlichen Inventuren zu rühmen wissen.
Aus diesem Zuwachs, auch im Hinblick auf den Umsatz der in den letzten 5 Jahren um fast 1 Million auf zuletzt knapp unter 3 Mio. Anstieg, ergab sich der Wunsch, uns räumlich total zu verändern.

Etwas außerhalb der Stadt- eben hier im Haken- wurde ein Grundstück erworben. Der Architekt hat großzügig und ich meine großartig gewirkt, und uns ein ebenerdiges Betriebsgebäude entworfen, welches uns etwa 1,3 bis 1,4 Millionen Euro gekostet hat.

Im Sommer 2012 sind wir mit Sack und Pack innerhalb einer Woche planungsgerecht umgezogen.
Wir sind so verfahren, daß wir einen Teil Regalsystem dazugekauft haben, einen größeren Teil aber aus dem alten Gebäude demontiert, transportiert und unter dem begonnenen Umzug wiedererstellt haben. Die Verteilung der Ware nach Lieferanten und Artikelnummer war so brillant geplant, dass wir das Lager gleichmäßig und zugleich großzügig ausgenutzt haben.
Wir haben also noch Platzkapazität für die nächsten Jahre. Aber ich meine, wir sollten uns etwas zurückhalten.

Nun haben wir bereits alle 4 Jahreszeiten in unserem Neubau erlebt. Ich möchte sagen, wir sind klimatisch bisher gut gefahren. Es  wird kaum unter 20 Grad im Winter. Wenn im Hochsommer draußen das Thermometer für 3 Wochen auf an die 35 Grad ansteigt, haben wir an unserem Arbeitsplatz auch mal 25 Grad.

Alles ist so geräumig, daß wir uns beim Kommissionieren nicht in die Quere kommen. Die Gänge zwischen den Regalen lassen mit ein wenig Zirkeln ein Überholen oder Begegnen unserer Kommissionierwagen zu. Die Wegweisung mit großflächigen Tafeln ist dank unserer Zwillinge Edith und Petra  vorzüglich gelungen.
Die Produkte sind nach aufsteigenden Artikelnummern angeordnet, beginnend mit den Büchern, denen man rechtzeitig die Vornummern 00 verpasst hat.
Wenige Artikel sind außertourlich wie der Ton, der Speckstein, das Peddigrohr und die Seide.
Anfänger, wir haben ja eine Anzahl Ex-Patienten der Psychiatrie oder Schüler als Ferienarbeiter, finden sich schnell zurecht.

Vom Betriebsablauf sind wir meiner Schätzung nach imstande, auch Umsätze von 4 bis 5 Millionen zu stemmen. Aber nun bin ich bereits in Rente und nur noch wenige Stunden in der Woche im Betrieb – eigentlich Schade: bei dem grandiosen Neubau!“

(Diese Rede, Teil 1 und 2, wurde am 25.10.13 zur Einweihungsfeier unseres neuen Firmensitzes in der Osterhofstraße 5 von Gerhard Seefeldt gehalten)

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