Workshop: Töpfern

1. Geschichte

Töpferngeschichte

Bildquelle: gemeinfrei

Die Verarbeitung von Ton und Lehm aus künstlerischer oder handwerklicher Sicht gehört zu den frühesten Künsten der Menschheitsgeschichte. Die ältesten Keramikfigurenfunde sind etwa 24.000 Jahre alt. Gefäße, die mit der sog. Wulsttechnik entstanden sind stammen aus dem 8. Jahrtausend vor Christus und haben ihren Ursprung in Asien.
Die Töpferware wird auch als „Irdengut“ bezeichnet. Die Tonbearbeitung mit der Töpferscheibe ist seit dem 6. Jahrtausend vor Christus bekannt, zur gleichen Zeit taucht die Buntkeramik auf und hatte ihren Höhepunkt u.a. in Griechenland und Kleinasien.
Um 4.000 vor Christus wurde die schnelldrehende Töpferscheibe erfunden und ermöglichte somit die Massenproduktion von Töpferwaren. Glasierte Keramik ist in Mesopotamien und Ägypten seit dem 3. Jahrtausend vor Christus bekannt. Übrigens wurde das Töpferhandwerk im Mittelalter als „unehrlich“ angesehen. Durch die Erfindung der Töpferdrehscheibe wurde vermutlich vor mindestens 6.000 Jahren das Rad erfunden.

2. Techniken und Tipps

Aufbautechnik: Das Zusammensetzen von „Tonfladen“ und anschließendes Glätten der Übergänge.
Wulsttechnik: Hier werden dünne Tonstränge ring- oder spiralförmig übereinander geschichtet und auf einer sich drehenden Töpferscheibe zu einem Gefäß ausgezogen.

Nach dem Formen werden die Werkstücke gebrannt und somit gehärtet. Es sind hierbei Temperaturen zwischen 450 Grad und 1.280 Grad erforderlich. Unter 1.000 Grad bleibt die Töpferware wasserdurchlässig und wird als Terrakotta bezeichnet. Bei über 1.000 Grad verglast die Töpferware – dafür benötigt man aber spezielle Tonarten:

Klinkerton: Ein Steingutton der bei ca. 1.170 Grad gebrannt wird. Er wird dadurch sehr fest und widerstandsfähig.

Steinzeugton: Dieser Ton wird höher gebrannt, zwischen 1.200 und 1.300 Grad und ist gesintert und damit wasserundurchlässig und winterhart (auch ohne Glasur!). Sintern heißt, dass Stoffe durch Hitze zusammengebacken werden, d.h. das keramische Material verdichtet sich. Niedriggebrannte Tongefäße können aber auch wasserundurchlässig gemacht werden, indem man diese mit einer Glasur überzieht.

Kalonin: feines, weißes Gestein, das u.a. zur Porzellanbearbeitung verwendet wird.

Majolika (der Name leitet sich von Mailoca ab. Dieser Name heißt im altitalienischen „Mallorca“): farbige, italienische Keramik des 15. und 16. Jarhhunderts. Im weiteren Sinn wird mit diesem Begriff farbig glasierte Tonware bezeichnet.

Rauchbrandkeramik: Bei diesem Verfahren wird die Keramik zwischen brennbares Material eingepackt und dann befeuert (z.B. in einer Grube). Die Keramik kann zuvor mit z.B. Salzen vorbehandelt werden. Es entstehen spezielle Verfärbungen.

Raku-Keramik: „Raku“ heißt im Japanischen übersetzt „Freude“. Diese Keramikart wurde bei den japanischen Teezeremonien verwendet. Das Besondere sind dabei feine Risse und andere Effekte, welche beim speziellen Brennverfahren durch die Glasur entstehen.

Damit der Ton weicher und leichter formbar ist empfehlen wir die Masse gründlich und luftfrei durchzukneten, bevor man mit der Arbeit beginnt. Um Schimmel zu vermeiden sollte der Ton am besten kühl und trocken gelagert werden!

 

3. Material (ab Katalog-Seite 556)

Ton- und Aufbaumassen haben wir in 10 kg-Hubeln, schamottiert, Körnung bis 0,5 mm, 25% Schamotte

Auf folgenden Katalog-Seiten finden Sie diese: Seite 558/559

Drehton gibt es unschamottiert in weiß-beige, Brennbereich zwischen 1.000 und 1.150 Grad. Anwendungsgebiete: Drehen und Pressen, Artikelnummer: 1190245

Wir bieten auch speziellen weichen, unschamottierten Drehton an. Dieser ist auch für ältere Menschen mit verminderter Kraft geeignet und lässt sich sehr gut kneten und modellieren – Artikelnummer: 1190208 im 10 kg-Hubel (Farbe weiß-creme). Der Brennbereich liegt zwischen 1.000 und 1.280 Grad.

Für Anfänger ist der sogenannte Paperclay (Papierton) bestens geeignet. Denn dieser Ton verzeiht Fehler! Paperclay ist eine Mischung aus Tonen und Zellulosefasern. Dabei sorgen die Fasern für einen guten Feuchtigkeitsausgleich innerhalb des Tonstückes. Die Trocknung erfolgt gleichmäßig und spannungsfrei. Durch die Fasern entsteht eine hohe Festigkeit im ungebrannten Zustand. Unser „Paperclay Creaton 234“ ist bis 1.240 Grad einsetzbar.

Eine günstige Alternative zu den angebotenen Tonmassen sind die sogenannten Ton- und Übergangsmassen. Diese günstige Alternative gibt es in rot oder weiß. Dabei handelt es sich um Massen, die bei der Umstellung der Produktion von einer Qualität zu einer anderen anfallen können. Sowohl Schamotte als auch Körnung können variieren. Übergangston ist z.B. geeignet für Modellformen. Der Brennbereich liegt bei ca. 1.000 bis 1.180 Grad:

10 kg Hubel in weiß: Artikelnummer 1190001
10 kg Hubel in rot: Artikelnummer 1190002

Fertige Roh-Keramik bieten wir ebenfalls an – einfach glasieren, brennen – fertig! Auf Katalog-Seite 566 finden Sie verschiedene Produkte zur Auswahl!

Glasuren in allen Farben und Variationen finden Sie ab Seite 566 !

4. Zubehör

Im Programm haben wir die unterschiedlichsten Zubehörartikel, zu finden auf den Katalog-Seiten 562/563

Bücher zum Thema finden Sie auf der Katalog-Seite 565

 

ACHTUNG! Tonmassen werden bei uns unfrei versendet! Die Versandkosten je Postpaket (bis 30kg Ton) betragen 4,95 Euro brutto!

 

Quellen zum Text:

Wikipedia: Töpferei
Wikipedia: Majolika
keramik.afschweizer.de/raku
keramik.afschweizer.de/rauchbrand
Wikipedia: Raku-Keramik
Wikipedia: Steinzeug
Wikipedia: Sintern in der Keramik
Wikipedia: Steingut
Naori: Klinkerton
Naori: Steinzeugton
Wikipedia: Kaolin

 

 

 

 

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